Dachformen und Dächer

Eine Vielfalt von Dachformen

Dächer unterliegen in Zeiten moderner Architektur funktionalen wie ästhetischen Anforderungen. Die Ausstrahlung von Häusern hängt in ganz erheblichem Maße von der Dachform ab.

Ein Satteldach zum Beispiel präsentiert das Gebäude ganz klassisch und vertraut, ein Mansarddach sorgt für eine eher stattliche Erscheinung, Pultdächer wiederum signalisieren Modernität. Der hundertprozentige Schutz vor Regen, Wind, Kälte und Hitze ist genauso wichtig wie Form und Material des Dachs, das zum gesamten Hauskonzept passen sollte.

Durch die modernen Baustoffe für Dächer ergibt sich ein gesundes Raumklima für die Bewohner und einen deutlich reduzierten Energieverbrauch. Dächer gibt es heute in vielen unterschiedlichen Formen. Dabei gibt der Dachstuhl, das eigentliche Skelett unter der äußeren Form, maßgeblich die Form des Dachs vor.

Das Satteldach

ist den meisten von uns bekannt, denn es zählt zu den beliebten und den am häufigsten verbreiteten Dachformen in Deutschland. Dabei handelt es sich um eine zeitlose Konstruktion, die sich – als Sparren- oder Pfettendach ausgebildet – sowohl architektonisch wie auch konstruktiv bewährt hat. Seine Form ist einfach, hat sich über Jahrhunderte bewährt und ist kompatibel mit den allermeisten örtlichen Vorschriften. Das Satteldach hat zwei geneigte Dachflächen, die sich am höchsten Punkt ähnlich wie bei einem Dreieck treffen. Das Satteldach gilt als zeitlose Form und passt zu vielen unterschiedlichen Designs. Zu den zahlreichen Varianten zählen Satteldächer mit gleichen oder unterschiedlichen Dachneigungen bzw. Traufhöhen. Bei richtiger Ausrichtung lässt es sich ebenfalls gut für Photovoltaik oder Solarthermie nutzen. Gauben lassen sich auch im Nachhinein noch gut einbauen.

Das Walmdach

ist das älteste Dach, das es gibt. Das Walmdach ist sozusagen ein „Hut fürs Haus“ und bietet Wetterschutz an allen vier Seiten. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es sich an vier Seiten neigt und damit einen besonderen Schutz des Hauses liefert.

Auch die Stabilität ist bei solchen Dächern besonders gegeben. Wegen dieser Eigenschaft findet es sich schon seit Jahrhunderten hauptsächlich auf freistehenden Häusern. Klassiker unter den Gebäuden mit Walmdach sind die sogenannten Kaffeemühlenhäuser. Gerne werden bei Walmdächern auch Gauben eingesetzt, das bringt zusätzlichen Platz im Dachgeschoss.

Auch das an zwei Seiten verkürzte Krüppelwalmdach hat sich als Schlechtwetter-Lösung für Häuser ohne direkte Nachbargebäude bewährt. Es wird dort eingesetzt, wo ein Steilgiebel an seiner exponiertesten Stelle, dem First, geschützt werden soll. Beim Krüppelwalmdach bleibt eine trapezförmige Giebelfläche erhalten, die gewalmten Dachflächen sind also deutlich kleiner als die restlichen Dachflächen.

Das Pultdach

Sobald ein flaches Dach einen Neigungswinkel von mehr als zehn Grad besitzt, spricht man von einem Pultdach. Im Gegensatz zum Satteldach besitzt das Pultdach nur eine geneigte Dachfläche und wird häufig an modernen Gebäuden verwendet. Manchmal sieht man auch Gebäude mit leicht versetzten Doppel-Pultdächern. In der Mitte ergibt sich so ein waagerechter Giebel, in dem Fenster für zusätzliches Tageslicht integriert werden können. Das Pultdach ist die einfachste Steildachform und deswegen relativ günstig. Das Pultdach ist eine ursprünglich auf Funktion ausgerichtete Dachform. Früher wurden Pultdächer vor allem für Nebengebäude, einfache Bauten, Produktions- oder Lagerstätten verwendet. In jüngerer Zeit etablierten sich Pultdächer aber auch im Eigenheimbau als schlichte, dabei reizvolle Variante. Die Dachfläche von Pultdächern liegt meist zur Wetterseite hin, um Wind, Regen und Schnee abzuschirmen. An der Sonnenseite lässt diese Dachform dem Haus Raum für große Lichtflächen. Ein Pultdach eignet sich außerdem besonders gut für Photovoltaik-Anlagen, denn im Vergleich zur Grundfläche hat keine andere Dachform mehr Dachfläche zur Verfügung, die sich zur Sonne hin ausrichten lässt.

Beim Mansarddach

sind die Dachflächen im unteren Bereich abgeknickt. Ein solches Dach hat keinen echten Vorteil. Das Mansarddach verdankt seine Entwicklung sowohl Architekten als auch dem Finanzamt zu Kaisers Zeiten. Seinerzeit bemaß sich die Steuerlast für ein Gebäude unter anderem nach der Zahl der Vollgeschosse, Dachetagen kamen günstiger. Dank der hochgezogenen Seiten bildete das Mansarddach de facto ein vollwertiges Geschoss, ohne als solches berechnet zu werden. Weniger Schrägen und reichlich Platz – damit kompensiert ein Mansarddach auch heute noch seine höheren Baukosten. Mansarddächer wirken bei Einfamilienhäuser oft besonders edel und hochwertig. Ein Mansardwalmdach ist im Grunde eine Mischung aus einem Mansarddach und einem Walmdach und hat auf allen vier Hausseiten geneigte Dachflächen.

Ein Schleppdach

ist eine Fortsetzung der Dachfläche weit über die Außenmauern hinaus. Die Fläche unter dem Schleppdach kann als Hauseingang, Carport oder Lagerfläche genutzt werden und ist eher eine architektonische Besonderheit.

Das Zeltdach

ist eine relativ seltene Dachform, da es nur auf einem quadratischen oder annähernd quadratischen Grundriss errichtet werden kann. Hat das Haus einen quadratischen Grundriss, gibt es keinen Dachfirst mehr. Dann sind alle vier Dachflächen gleichförmig und man spricht von einem Zeltdach. Bei dieser Dachform ist die Symmetrie nach allen Seiten das beherrschende Element: klare und bestimmende Formen und Linien, die in einem Firstpunkt enden. Steile Zeltdächer sieht man oft auf Kirchtürmen, wo sie wie Fingerzeige in den Himmel wirken.

Flachdächer

sind gerade bei zeitgenössischen Gebäuden sehr beliebt, weil der Minimalismus gut zum Stil des Hauses passt. Sie haben höchstens eine Neigung von zehn Prozent und müssen aufgrund ihrer besonderen Konstruktion gut abgedichtet werden. Das Flachdach ist an sich die einfachste Dachform – die allerdings eine bautechnische Hürde überwinden muss. Denn während bei einem schrägen Dach das Wasser einfach abfließen kann, sammelt es sich auf dem Flachdach. Daher müssen Bauarbeiter beim Flachdach absolut sorgfältig arbeiten und dürfen nicht die kleinste Lücke in der Abdeckung lassen. Der Vorteil eines Flachdaches ist, dass man auf diese Weise Dachschrägen vermeiden kann. Weil diese wegfallen, kann Wohnraum besonders effizient umbaut werden. Insbesondere bei kleinen Grundstücken ist das Flachdach eine interessante Option, weil es als Garten oder Terrasse genutzt werden kann.

Tonnendach

Die aufwendigsten Dachformen sind das Tonnendach und Kuppeldach. Bei beiden Formen handelt es sich um runde Dächer. Zwar bringen solche Dächer eine besonders günstige Statik mit sich, weil die Kräfte über die Rundbögen in die Mauern und von dort in den Boden abgleitet werden. Doch dieser Vorteil ist insbesondere bei Einzelhäusern selten nötig, weil diese üblicherweise nicht so groß sind, dass hier mit statischen Sonderlösungen gearbeitet werden müsste. So bleiben für diese Dachformen in erster Linie ästhetische Gründe. Mithilfe von Dachbegrünung lassen sich Dächer – vor allem Flachdächer – vielseitig nutzen: Manche Hausbesitzer errichten einen pflegeleichten Blickfang, der Pflanzen und Tieren im Asphalt-Dschungel Lebensraum bietet. Andere erfüllen sich durch das Bepflanzen ihres Daches den Traum vom eigenen Dachgarten mit Terrasse, Gehölzen, Blumen- und Gemüsebeeten. Wie soll sich ein angehender Bauherr nun also für eine Dachform entscheiden? In manchen Fällen nimmt ihm bereits die Bauordnung diese Entscheidung ab. Denn nicht alle Dachformen dürfen in allen Gebieten gebaut werden. Viele Gemeinden schreiben heute sowohl die Form des Daches als auch die Farbe und das Material im Bebauungsplan vor. Deswegen lohnt vor der Planung ein Blick in die Unterlagen der örtlichen Gemeinde. Das Satteldach ist auch deswegen die am weitesten verbreitete Dachform, weil es üblicherweise mit allen Bauvorschriften kompatibel ist. Ansonsten können Bauherren natürlich ganz pragmatische Gründe anführen. Neben dem Dachstuhl, der aus Holz besteht, können Bauherren zudem aus einer Vielzahl von Dacheindeckungen entscheiden. Die Wahl richtet sich dabei sowohl nach dem vorhandenen Budget als auch nach dem angestrebten Gebäude-Design. Mögliche Materialien sind Dachziegel (bestehend aus Ton und Lehm), Dachbeton (bestehen aus Wasser, Zement und Sand), Holzschindeln (aus Hartholz wie Eiche oder Buche), Zink, Bleche und Aluminium, Schiefer oder Reet.

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